Wie sieht ein Handwerksbetrieb aus, der noch ganz am Anfang seiner Entwicklung steht und dabei vieles bewusst anders machen möchte? Dieser Frage gingen die angehenden Holztechniker des RBB Müritz am 01.10.2026 bei einem Ausflug zur Firma HALM nach. Das junge Unternehmen bot spannende Einblicke in den Aufbau eines neuen Handwerksbetriebs – von den noch wachsenden betrieblichen Strukturen bis hin zu einer Arbeitskultur mit flachen Hierarchien, flexiblerer Zeiteinteilung, gemeinsamen Mittagessen und Teamtagen. Damit wurde schnell deutlich: Zu einem modernen Handwerksbetrieb gehören nicht nur gute Produkte, sondern auch die Frage, wie ein attraktiver Arbeitsplatz für die Mitarbeitenden gestaltet werden kann.

Auch fachlich knüpfte der Besuch unmittelbar an den Unterricht der Holztechniker*innen an. HALM arbeitet mit Holzrahmenbau, mit denen sich die Schüler*innen bereits im Lernfeld 3 bei der Planung ihres eigenen Tiny Houses beschäftigt haben. Eine Besonderheit stellte jedoch die konsequente Verwendung natürlicher Baustoffe dar: Stroh als Dämmstoff und Lehm als Putz zeigten anschaulich, wie nachhaltiges Bauen in der Praxis umgesetzt werden kann. Für einige Überraschungen sorgten dabei auch die Arbeitsweisen. Strohballen mit der Bandsäge auf Maß schneiden oder Ausklinkungen mit der Kettensäge herstellen? Das sieht man im klassischen Tischleralltag eher selten.

Mindestens ebenso eindrucksvoll war der Ort selbst: Gearbeitet wird in einer riesigen alten Scheune. Bei bestem Sonnenschein bot sie während unseres Rundgangs eine beeindruckende Kulisse – gleichzeitig sorgte die Vorstellung, hier auch an eisigen Wintertagen zu arbeiten, bei den Tischlern für einige ungläubige und belustigte Blicke. Gerade diese Mischung aus Improvisation, handwerklichem Können und neuen Ideen machte sichtbar, wie die ersten Jahre eines jungen Unternehmens aussehen können.

Ein besonderer Dank gilt dem gesamten Team von HALM und insbesondere Friedrich Mierau, der uns durch den Betrieb führte, offen von den Erfahrungen beim Aufbau des Unternehmens berichtete und sich Zeit für unsere Fragen nahm. Der Besuch zeigte den angehenden Holztechniker*innen nicht nur neue Möglichkeiten des nachhaltigen Bauens, sondern auch, dass sich das Handwerk selbst weiterentwickeln kann – bei Materialien und Konstruktionen ebenso wie bei Arbeitsbedingungen und Unternehmenskultur. Ein spannender Blick darauf, wie das Handwerk von morgen aussehen könnte.

  • Stroh, Lehm und jede Menge Ideen – zu Besuch bei HALM
  • Stroh, Lehm und jede Menge Ideen – zu Besuch bei HALM
  • Stroh, Lehm und jede Menge Ideen – zu Besuch bei HALM
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